Klausur 2019: Friedhöfe sollen Stille Parks werden


01. Juni 2019

80 Prozent Urnenbestattung – CDU-Fraktion reagiert auf veränderten Flächenbedarf

Die Bestattungskultur in Oberhausen hat sich verändert. Noch im Jahr 1995 wurden auf städtischen Friedhöfen 1 081 Verstorbene in Särgen beigesetzt. Lediglich 215 Urnenbeisetzungen gab es. Im Jahr 2018 dagegen wurden von 1 306 Toten 1 037 in Urnen bestattet, also fast 80 Prozent. Darauf, dass der Flächenbedarf auf den Friedhöfen enorm zurückgeht, hat die Oberhausener CDU-Fraktion auf ihrer Klausurtagung in Mannheim reagiert. „Wir haben es als notwendig empfunden“, so die CDU-Fraktionsvorsitzende Simone-Tatjana Stehr, „einen Weg zu finden, die aus der veränderten Bestattungskultur hervorgehenden Flächen zu nutzen – und zwar im Einklang mit unseren ethischen, ökologischen und ökonomischen Werten und Vorstellungen. Ich denke, mit unserem Vorschlag, frei gewordene und in Zukunft nicht mehr als Begräbnisstätten zu nutzende Flächen in Stille Parks zu verwandeln und diese als Ausgleichsflächen anzubieten, ist dies gelungen.“

Bereits im Jahr 2006 wurden auf vier städtischen Friedhöfen insgesamt 125 400 Quadratmeter entwidmet. Das damalige Ziel war es, weitere Preissteigerungen für Bestattungen zu vermeiden, weil Anteile der Grünpflege in die Bestattungskosten einfließen. „Uns geht es unter anderem darum, die damals entwidmeten Flächen und tausende Quadratmeter mehr einer ökonomisch und ökologisch sinnvollen Nutzung zuzuführen“, erklärte Frank Bandel bei der Klausurtagung der Christdemokraten. Der Umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion erläuterte weiter: „Wir wollen mit den Stillen Parks langfristig hochwertigen Baumbestand erreichen, mit einem Höchstmaß an klimaverbessernder Wirkung.“

In den Blick genommen hat die CDU-Fraktion dabei, dass Flächen, die durch einen Investor bebaut und damit versiegelt wurden, in Deutschland generell über ein Naturgebiet „ausgeglichen“ werden müssen. „Wir können aktuell Investoren, die in Oberhausen bauen wollen, allerdings keine Ausgleichsflächen auf städtischem Boden anbieten. Die Ausgleichsflächen finden Investoren anderswo in Deutschland“, so Christa Müthing, Finanzpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.

Sollte die Stadt bei ihrer Prüfung des CDU-Vorschlages zu dem Ergebnis gelangen, dass die Freiflächen als Ausgleichsflächen angeboten werden können, müssten die Investoren nicht nur für die Flächen zahlen, sondern auch 15 Jahre lang für deren Pflege. „Selbstverständlich brauchen wir für alle Friedhöfe eine umfassende Planung, immer unter der grundlegenden Vorstellung, dass diese zu Stillen Parks werden, die das Leben in unserer Stadt bereichern“, betonte Denis Osmann, der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion. Eugen Lenz, Mitglied des CDU-Arbeitskreises „Umwelt und Planen“, wünscht sich vor allem „eine zukünftige Belegung der Friedhöfe, über die die genutzten Flächen verdichtet werden“.