Ganztag: „Flexibel auf Interessen der Kinder reagieren“


20. Dezember 2017

Stehr begrüßt Pläne von NRW-Schulministerin, Regeln für Offenen Ganztag zu lockern

Simone-Tatjana Stehr begrüßt den Entschluss von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, die strengen Regeln für den Offenen Ganztag an Grundschulen bereits ab dem kommenden Schuljahr zu lockern. „Bereits vor fünf Jahren haben wir für Oberhausen gefordert, die besonderen Interessen von Schülerinnen und Schülern stärker zu berücksichtigen. Dass Frau Gebauer nun betont, dass Kinder Freiräume haben müssen, um zum Beispiel an ihrem Unterricht an einer Musikschule teilnehmen zu können, bei ihrem Sportverein zu sein oder auch einfach freie Zeit mit ihren Eltern zu verbringen, das halten wir für gut und richtig“, so die Oberhausener CDU-Fraktionsvorsitzende.

Yvonne Gebauer hatte am vergangenen Dienstag im nordrhein-westfälischen Landtag erklärt: „Es darf nicht sein, dass Eltern gedroht wird: Wenn sie ihr Kind zeitweise aus dem Ganztag herausnehmen, dann verlieren sie im nächsten Jahr den Betreuungsplatz.“ Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stießen die Pläne der Schulministerin auf Kritik. Stehr, die selbst Lehrerin ist, hält Flexibilität im Offenen Ganztag aber für durchaus möglich: „Flexibilität heißt natürlich nicht Beliebigkeit. Es kann und darf aber nicht sein, dass man ‚Pakete’ bucht, die keine Änderungen zulassen. Ich halte das für unzeitgemäß. Der pädagogische Anspruch der Kontinuität muss darunter nicht leiden. Und wenn früh genug feststeht, wann die Kinder nicht am Offenen Ganztag teilnehmen werden, können sich alle Beteiligten darauf einrichten.“

An rund 90 Prozent aller NRW-Grundschulen ist der Offene Ganztag etabliert. 285 000 Schülerinnen und Schüler nehmen landesweit das Angebot wahr. Ministerin Gebauer strebt auch vergleichbare Qualitätsstandards für den Offenen Ganztag an allen Grundschulen an. CDU-Politikerin Stehr hält dies „für den richtigen Weg im Bildungsland Nordrhein-Westfalen“: „Wir wünschen uns, dass Chancengerechtigkeit für alle Kinder hergestellt wird. Das geht nur, wenn alle die gleiche Möglichkeit haben, ihre Talente auszubilden.“