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Es war der spannendste Parteitag in der Geschichte der CDU. Noch nie gab es drei Kandidaten, die sich in einem fairen Wettbewerb den 1.001 Delegierten stellten. Am Ende wählte der Parteitag Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) zur Nachfolgerin Angela Merkels als Parteichefin. Das Ergebnis: 517 Stimmen für AKK - der Jubel durchbrach die Anspannung und am Ende applaudierten auch die Merz- Unterstützer.
Zuvor wurde die Bewerbungsrede von Kramp-Karrenbauer mehrfach von „lebhaftem Beifall“, wie das Protokoll später vermerken wird, unterbrochen. „Letzten Endes geht es um die Antwort auf die Frage, ob wir den Mut haben, unsere Komfortzone zu verlassen, ob wir den Mut haben, aus dem „Man müsste, man könnte, man sollte“ das „Wir machen“ zu formen, auf das die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes warten. Sie wollen, dass wir es tun und nicht, dass wir darüber diskutieren“, so Kramp-Karrenbauer.

Die Unterstützung für den einen oder anderen Kandidaten ging quer durch alle Kreis- und Landesverbände sowie den Vereinigungen. Wilhelm Hausmann, Kreisvorsitzender der CDU Oberhausen, sprach sich im Vorfeld für Merz aus, kann aber auch mit Kramp-Karrenbauer gut leben: „Annegret Kramp-Karrenbauer hat durch ihre Politik und auch in ihrer Rede gezeigt, dass sie über den Flügeln in der CDU steht und daher auch die Partei zusammenführen kann. Ich glaube, sie wird eine gute Parteivorsitzende werden.“

Oberbürgermeister Daniel Schranz freute sich über das Wahlergebnis. „Wir haben einen fairen Wettbewerb erlebt. Es ist gut, dass die Diskussionsfreude in die Partei zurückgekehrt ist. Jetzt ist es Aufgabe der neuen Vorsitzenden, die unterschiedlichen Strömungen in der Partei zusammenzubringen. Ich glaube, dass ihr das gut gelingen kann.“

Die Oberhausener Fraktionsvorsitzende Simone-Tatjana Stehr freute sich ebenfalls über den Sieg von Kramp-Karrenbauer „Alle drei Kandidaten haben ihre Qualitäten gezeigt und sich über die gesamte Zeit einen fairen Wettstreit geliefert. AKK hat eine überzeugende Bewerbungsrede gehalten. Ich freue mich, dass sie in Zukunft die Partei führen wird. Sie hat 18 Jahre Regierungserfahrung und ist eine starke Frau, der es gelingen wird, mit ihrem eigenen Stil Themen zu setzen und die Basis mitzunehmen. Die demokratische Debatte und der Wettbewerb haben uns sehr gutgetan. Daher sehe ich auch keine Spaltung in der Partei, das Gegenteil ist der Fall.“

Paul Ziemiak, der 33-jährige Bundesvorsitzende der Jungen Union, wurde zum neuen Generalsekretär gewählt. „Es ist eine kluge Entscheidung der neuen Parteivorsitzenden, sich mit Paul Ziemiak einen jungen und konservativen Generalsekretär an ihre Seite zu holen. Das versteht die Partei als verbindendes Signal an die eher konservativen Unterstützer von Friedrich Merz“, so CDU-Geschäftsführer Christian Benter.

Zu Beginn des Parteitages verabschiedet sich Angela Merkel nach 18 Jahren als Parteivorsitzende. In ihrer Rede betonte Merkel, dass ihr zurückhaltender Politikstil nicht immer auf Zustimmung in der Partei gestoßen ist. „Ich weiß, dass ich Eure Nerven sehr auf die Probe gestellt habe“, sagte sie über ihre Art, nicht auf jede Attacke des politischen Gegners gleich wortreich zu reagieren. Zum Abschied vom CDU-Parteivorsitz erfülle sie Dankbarkeit. „Es war mir eine große Freude. Es war mir eine Ehre”. Die Delegierten dankten ihr mit einem knapp zehn Minuten langen Applaus. Viele CDU-Mitglieder im Saal hielten Schilder mit der Aufschrift „Danke Chefin für 18 Jahre CDU-Vorsitz“ hoch.

Intensive Tage also für die CDU. Die Mitglieder von Präsidium und Bundesvorstand wurden neu gewählt, Europa-Delegierte benannt. Vier Leitanträge und zahlreiche weitere Anträge – darunter erstmals auch Mitgliederanträge – wurden diskutiert und verabschiedet.

Auf dem Bild v.l.n.r.: Marie-Luise Dött (Bundestagsabgeordnete), Johannes Thielen (Vors. Junge Union), Simone-Tatjana Stehr (Fraktionsvorsitzende), Wilhelm Hausmann (Kreisvorsitzender), Kevin S. Wilms (Mitgliederbeauftragter), Daniel Schranz (Oberbürgermeister), Christian Benter (CDU-Geschäftsführer)

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